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Die Soldatenkirche

Es war ein windiger Tag, als wir uns entschieden, die berühmte Soldatenkirche zu erkunden. Sie steht direkt außerhalb eines ehemaligen Bundeswehr-Stützpunktes, umringt von hihem Gras und knorrigen Bäumen. Die Türe stand offen, als wäre sie gerade erst verlassen worden und lud uns ein, einen Blick in eine andere Zeit zu werfen.

Die Kirche, einst voller Leben und Lachen, stand nun stumm und leer da. Der Wind wehte durch die offene Türe und trug das Echo vergangener Gebete mit sich. Um uns herum schien die Zeit stillzustehen, als wären wir in einer Blase der Geschichte gefangen.

Unsere Schritte auf dem alten Teppichboden hallten durch das stille Gebäude. In jeder Ecke schien eine neue Geschichte verborgen zu sein. Historische Dokumente erzählten von der bewegten Vergangenheit der angrenzenden Kaserne, die ab 1937 erbaut wurde und zunächst Teil der Luftverteidigung des Deutschen Reiches war.

An dieser Stätte spürten wir den Atem der Geschichte. Wir sahen vor unserem geistigen Auge Soldaten beim Gebet, hörten das Echo ihrer Lieder und spürten die Ernsthaftigkeit ihrer Mission. Ab 1938 bezog eine Abteilung des Flugabwehrkanonenregiments die Kaserne. Nach Kriegsende wurde sie zunächst von den Amerikanern, später von den Briten genutzt.

1967 zog das Fernmeldeverbindungsbataillon der Bundeswehr ein, gefolgt von Einheiten des Heeresmusikkorps und der Feldjäger. Es schien, als würden die Mauern noch immer die Melodien dieser Musiker bewahren. Und doch lag über allem eine unbeschwerte und neugierige Stimmung, die uns dazu anregte, tiefer in die Geheimnisse dieses Ortes einzutauchen.

Seit 2007 steht die Kaserne größtenteils leer und verfällt langsam. Pläne zur Umgestaltung in ein Wohnviertel liegen vor, doch bisher bleibt sie ein Denkmal der Geschichte und ein Spielplatz für Abenteurer wie uns.

Die Soldatenkirche, einst ein Ort des Glaubens und der Gemeinschaft, steht heute als stummes Zeugnis einer vergangenen Epoche da. Sie erinnert uns daran, dass Geschichte lebendig ist und in den Wänden alter Gebäude weiterlebt.

Frisch ↔ Lange Verlassen
Einmal kurz durchwischen ↔ Morbider Charme
Vandalismus ↔ Natürlicher Verfall
Leere Räume ↔ Viel zu entdecken
Schöne Weitwinkelmotive
Detailaufnahmen
Außenaufnahmen
Persönliche Wertung

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Roman Reed

Seit 2002 widmet er sich der urbanen Erkundung, indem er unbekannte Orte aufspürt, die oft im Verborgenen liegen, obwohl sie mitten unter uns sind. Seine Entdeckungen hält er fotografisch fest und bereichert sie in seinem Blog mit ausführlichen Recherchen und Texten. Neben seinem Interesse für das Urbexing engagiert er sich auch im Schreiben von Geschichten und Büchern sowie im detailreichen Modellbau.

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