BettgeschichtenHorrorKurzgeschichtenLiebe/ErotikRoman Reed

Wellen der Verführung

Eine Sirene, ein einsamer Strand, ein Verlangen ohne Wiederkehr

»Im Meer des Lebens gibt es keine Rettung vor den eigenen Begierden.«

Hermann Melville

04. August 2019, Südfranzösische Mittelmeerküste

Das Meer lag vor mir wie ein endloser, hungriger Schlund. Nicht einfach nur Wasser – etwas Lebendiges. Ein Puls, der mit meinem eigenen Herzschlag zu verschmelzen schien, seit ich vor drei Tagen zum ersten Mal diesen Strand betreten hatte.

Ich wusste nicht, warum ich wiedergekommen war. Nicht wirklich.

Die Sonne sank am Horizont, ein blutender Schnitt zwischen Himmel und Meer. Das Licht färbte die Wellen in Schattierungen von Kupfer und verdorbenem Gold, und die Luft schmeckte nach Salz, nach Verwesung, nach etwas Älterem als die Felsen unter meinen Füßen.

Meine nackten Zehen gruben sich in den noch warmen Sand. Irgendwo hinter mir, vielleicht zweihundert Meter landeinwärts, stand mein Wagen.

Mein Telefon. Aber das alles fühlte sich an wie eine verblassende Erinnerung, ein Traum, den jemand anderes geträumt hatte.

Ich starrte auf das Wasser.

Es starrte zurück.

Die Möwen waren verstummt. Das fiel mir erst jetzt auf – diese plötzliche, unnatürliche Stille, die sich wie ein Leichentuch über den Strand legte. Nur das rhythmische Klatschen der Wellen blieb, ein geduldiges, unaufhörliches Atmen, als würde das Meer selbst mich beobachten.

Komm.

Das Wort formte sich nicht in meinen Ohren.

Es entstand irgendwo tiefer, in meiner Brust, zwischen meinen Rippen, dort wo das Herz gegen den Knochenkäfig hämmerte.

Mein Blick wanderte den Strand entlang. Treibholz. Tang. Ein einzelner Damenschuh, halb im Sand versunken, das Leder aufgequollen und von Salz zerfressen – als würde er seit Jahren hier liegen. Daneben etwas, das wie ein verrosteter Ehering aussah. Und weiter weg: ein Stück bearbeiteter Knochen, zu groß für einen Fisch, zu klein für einen Menschen.

Oder vielleicht gerade richtig.

Ich hätte mich fragen sollen, wem diese Dinge gehört hatten. Welche Geschichten sie erzählten. Welches Schicksal sie hier angespült hatte.

Ich fragte nicht.

Stattdessen ging ich näher ans Wasser, bis die ersten Wellen meine Knöchel umspülten. Die Kälte biss sich in meine Haut, ein scharfer Kontrast zu der Hitze, die seit Tagen in meinem Unterleib glühte – eine Erregung ohne Quelle, ein Verlangen ohne Objekt.

Bis jetzt.

* * *

Sie brach aus den Wellen wie eine Naturgewalt.

Kein sanftes Auftauchen. Kein elegantes Gleiten. Sie erhob sich aus dem Meer, als würde das Wasser selbst sie gebären – ein gewaltsamer, fast schmerzhaft schöner Akt der Schöpfung.

Mein Atem stockte.

Ihr Haar war das Erste, was ich wirklich sah. Kupferrot, ein Farbton, der im sterbenden Sonnenlicht fast zu glühen schien. Schwere, nasse Strähnen, die sich an ihren Schultern entlangschlängelten, an ihren Brüsten hinab wie lebendige Tentakel, die das Wasser noch nicht loslassen wollte. Wo die Strähnen abtropften, hinterließen sie Spuren auf ihrer Haut, die schimmerten wie flüssiges Gold.

Dann ihre Augen.

Ein leuchtendes Blau, das nicht existieren sollte. Nicht bei einem Menschen. Nicht bei irgendetwas, das auf normale Weise atmete. Es war die Farbe der Tiefe, die Farbe von Orten, die niemals Sonnenlicht gesehen hatten – eine kalte, unfassbare Bläue, in der sich Millionen Jahre Ozean zu konzentrieren schienen. Und als sich ihr Blick auf mich richtete – direkt durch mich hindurch –, spürte ich, wie sich etwas in meiner Brust zusammenzog.

Angst. Oder etwas, das der Angst gefährlich ähnlich sah.

Sie war nackt. Vollständig, schamlos, als hätte das Konzept von Kleidung für sie nie existiert. Ihre Brüste waren voll, fest, die Brustwarzen dunkelrosa, hart von der Kälte des Wassers, perfekt geformt wie von einem

Künstler gemeißelt. Wasserperlen hingen an den steifen Spitzen, zitterten, fielen.

Ich schluckte hart. Mein Mund war plötzlich ausgetrocknet.

Ihr Körper war eine Kartographie aus sanften Kurven und straffer Muskulatur. Die zarte Einbuchtung ihrer Taille. Die provokative Rundung ihrer Hüften. Die feinen Muskelverspannungen in ihren Oberschenkeln. Und zwischen ihren Schenkeln: der dunkle Schatten des glatten Schambereichs – ein Anblick, der mir das Blut in die Hose schießen ließ.

Sie war das Schönste, was ich je gesehen hatte.

Und das Furchteinflößendste.

»Du bist zurückgekommen«, sagte sie, weich, aber bestimmend.

Ihre Stimme war nicht laut. Sie musste nicht laut sein. Die Worte erreichten mich, als würden sie direkt unter meiner Haut entstehen, ein Vibrieren in meinen Knochen, ein Flüstern, das sich durch mein Blut bohrte.

»Ich… Ich kenne dich nicht«, stotterte ich.

Ihr Lächeln war langsam. Es begann in ihren Mundwinkeln und breitete sich aus wie ein Riss im Eis – enthüllend, enthemmend, verderblich. Ihre

Lippen waren voll, ein dunkles Rosa, das fast ins Violette spielte, und als sie sie öffnete, konnte ich kurz ihre Zähne sehen. Weiß und scharf und nicht ganz so, wie menschliche Zähne sein sollten.

»Dein Körper kennt mich«, flüsterte sie, und ihr Lächeln wurde breiter.

» Drei Nächte lang hast du von mir geträumt, nicht wahr? Von mir unter dir. Von mir über dir. Von dir… in mir.«

Mein Herzschlag stolperte und blieb stehen.

Sie hatte recht. Verdammt, sie hatte recht. Drei Nächte. Jedes Mal dasselbe: Wasser, das mich umschloss, warm und lebend. Hände, die mich berührten – überall gleichzeitig. Eine Hitze, die mich von innen verbrannte, die mich wach schreien ließ, mit schweißdurchtränkten Laken und einer schmerzhaften Erektion, die Stunden brauchte, um nachzulassen.

Und jedes Mal der Geschmack von Salz auf meinen Lippen.

Sie kam näher. Das Wasser teilte sich vor ihr, als würde es zurückweichen, um ihr den Weg freizumachen. Nicht wie eine Frau, die durch Wasser watet. Wie eine Göttin, der die Elemente selbst gehorchen.

Jeder ihrer Schritte war eine Demonstration von Macht. Nicht Anmut – Macht. Ihre Bewegungen waren flüssig und gleichzeitig hart, präzise, kalkuliert. Mit jedem Schritt wurde mir deutlicher, dass dies keine menschliche Bewegung war. Dies war etwas anderes. Etwas Älteres.

»Ich kann es riechen«, sagte sie, und ihre Stimme war jetzt näher, direkt vor meinem Gesicht. »Dein Verlangen. Es dampft aus deinen Poren wie Blut aus einer frischen Wunde.«

Ich hätte gehen können.

Das wurde mir zu spät klar – dass es diesen einen Moment gegeben hatte, diese schmale Lücke zwischen Faszination und Verdammnis, in der ich mich hätte umdrehen können. Hätte zum Auto zurückgehen können.

Hätte davonfahren können, weit weg von diesem Strand, von diesem Meer, von diesem Wesen, das jetzt kaum noch einen Meter von mir entfernt stand, und das mich ansah, als würde es mich bereits verschlingen.

Ich ging nicht.

Ich konnte nicht.

Ihre Hand hob sich, und ihre Finger berührten meine Brust – direkt über meinem Herzen. Die Kälte durchfuhr mich wie ein elektrischer Schlag, gefolgt von einer Wärme, die sich von dieser Berührungsstelle ausbreitete wie Feuer in trockenem Gras.

»Du weißt, was ich bin«, sagte sie. Es war keine Frage.

Ich wusste es. Irgendwo, in dem Teil meines Verstandes, der noch rational funktionierte, wusste ich es. Die Geschichten. Die Mythen. Seemänner, die nie zurückkehrten. Schiffe, die kenterten ohne erkennbaren Grund. Männer, die vom Strand verschwanden und deren Körper man nie fand – nur ihre Kleidung, angespült an fernen Küsten, leer und zerfetzt.

Aber dieses Wissen war weit weg, gedämpft, als würde jemand es unter Wasser halten.

»Ich will dich«, hörte ich mich sagen. Die Worte kamen von allein, als hätte jemand anderes sie gesprochen.

Ihr Lächeln wurde breiter. Schärfer. Gefährlicher.

»Das weiß ich.« Ihre Finger glitten tiefer, über meine Brust, meinen

Bauch, bis sie die Wassergrenze erreichten. »Die Frage ist: Wie viel bist du bereit zu geben?«

Ich hätte fragen sollen, was sie meinte. Ich hätte nachdenken sollen.

Stattdessen küsste ich sie.

Ich hatte keine Ahnung, warum ich dies tat. Keine Kontrolle. Keine Wahl.

Es war kein sanfter Kuss. Nichts an diesem Moment war sanft. Ihre Lippen trafen meine mit einer Gewalt, die mich erschütterte, und ihr Geschmack explodierte auf meiner Zunge – Salz und Tiefe, etwas Metallisches, das an Blut erinnerte, und darunter eine süße, verdorbene Note, wie überreife Früchte kurz vor der Fäulnis.

Ihre Zunge drang in meinen Mund, fordernd, besitzergreifend. Sie schmeckte anders als eine menschliche Zunge – die Textur war hier rau, dort glatt, und ihre Bewegungen waren nicht erkundend, sondern erobernd. Ich spürte ihre Zähne an meiner Unterlippe, einen kurzen, scharfen Schmerz, dann den warmen Geschmack meines eigenen Blutes.

Sie saugte daran. Und stöhnte – ein dunkles, kehligen Geräusch, das aus ihrer Kehle kam, hungernd, verzweifelt, als hätte sie nicht mehr geraubt, seit die Welt jung war.

Es war dieses Geräusch – dieses Flüstern von Hunger, das so alt klang wie die Ozeane selbst – das den letzten Rest meiner Zurückhaltung zerschmetterte.

Meine Hände fanden ihre Hüften, zogen sie an mich. Ihre Haut war glitschig vom Wasser und brennend heiß unter der Oberfläche, ein Widerspruch, der keinen Sinn ergab und mir trotzdem die Sinne raubte. Ich spürte, wie sich ihre Brüste an meine Brust pressten, ihre harten Nippel zwei heiße Punkte, die sich durch den dünnen Stoff meines T-Shirts bohrten.

Sie riss es mir vom Leib.

Buchstäblich. Das Gewebe zerriss unter ihren Fingern wie nasses Papier, und plötzlich war ich nackt vor ihr, meine Erektion deutlich sichtbar durch die Hose, sich der Oberfläche des Wassers entgegenwölbend.

Ihr Blick folgte dem Anblick, und in ihren Augen loderte etwas auf.

Begierde. Oder Hunger. Wahrscheinlich beides.

»Ja«, zischte sie gegen meine Lippen. »Gib nach.«

Und ich tat es.

* * *

Ich spürte nicht, wie wir tiefer ins Wasser gingen.

Irgendwann waren ihre Beine um meine Hüften geschlungen, meine

Hände unter Wasser, glitten über die weiche Kurve ihres Hinterns, spreizten sie, zogen sie fester an mich. Das Wasser reichte mir bis zur Brust. Dann bis zum Hals.

Irgendwann wurde die Welt dunkel.

Es passierte ohne Warnung. Einen Moment lang sah ich noch den blutenden Horizont über uns, das sterbende Licht des Tages. Im nächsten wurde ich unter die Oberfläche gerissen, und die Dunkelheit verschlang alles – nicht nur das Licht, sondern auch meine Gedanken, meine Rationalisierungen, meine letzte Hoffnung auf Flucht.

Panik.

Sie kam mit voller Wucht – primitive, tierisch, überwältigend. Ein Terror, der mir die Brust zusammenschnürte. Meine Lungen brannten sofort, ein Schmerz, den ich noch nie zuvor erlebt hatte, intensiv und alles überragend.

Mein Körper kämpfte gegen ihren Griff, schlug um sich, wand sich, aber ihre Arme und Beine umschlangen mich wie Stahlseile. Unerbittlich.

Unausweichlich.

Ich konnte nicht atmen.

Mein Mund öffnete sich – ein Reflex, den ich nicht kontrollieren konnte –, und Wasser strömte ein. Kalt. Salzig. Erstickend. Es füllte meine Kehle, flutete in meine Lungen, und der Schmerz war unbeschreiblich – nicht nur physisch, sondern eine existenzielle Agonie, als würde ich mich selbst vom innen heraus zerreißen.

Ich starb.

In diesem Moment war ich sicher, dass ich starb. Dass dies das Ende war.

Dass ich in wenigen Sekunden das Bewusstsein verlieren würde, dass mein Körper erstarren würde, dass sie mich fallen lassen würde – zu einem Spielzeug, mit dem sie sich langweilt.

Und dann… veränderte sich alles.

Es begann als Kribbeln. Erst in meiner Brust, dann tiefer, in meinem Bauch, meinen Adern. Ein Gefühl, als würde etwas durch mein Blut kriechen – etwas Fremdes, Kaltes, Organisches, das sich in jede Zelle meines Körpers bohrte und sie umgestaltet.

Meine Lungen hörten auf zu brennen.

Nicht, weil der Schmerz nachließ – sondern weil etwas ihn ersetzte, verwandelte, kanalisierte. Ich spürte, wie sich etwas in meiner Brust regte, sich verzweigte, das Wasser aufnahmen und… filterten. Umwandelten.

Metabolisierten.

Ich atmete.

Unter Wasser. Mit Lungen, die nicht mehr meine eigenen waren.

* * *

»Jetzt fühlst du es«, sagte ihre Stimme.

Sie kam nicht durch meine Ohren. Sie entstand direkt in meinem Kopf, ein dunkles, samtiges Vibrieren, das sich an meinen Gedanken festkrallte und sie zu ihrem Zweck formte.

Ich konnte sie sehen. Trotz der absoluten Dunkelheit. Trotz der Tiefe. Sie leuchtete – ein schwaches, phosphoreszierendes Glühen, das von ihrer Haut ausging, bläulich-grün, wie die Laterne eines Tiefseemonsters. Und in diesem unheimlichen Licht sah ich ihr Gesicht wirklich zum ersten Mal.

Sie war alt.

Älter als das Konzept von Alter. Älter als Zivilisation. Älter als die Menschen, die diese Küste zuerst betraten. Hinter dem makellosen Gesicht, hinter den vollen Lippen und den hungrigen Augen, lauerte etwas Uraltes.

Etwas Übernatürliches. Etwas, das schon existiert hatte, als die ersten

Dinosaurier noch nicht gewagt hatten, ihre Kiemen ins Meer zu senken.

Sie war kein Wesen der Gegenwart.

Sie war ein Überbleibsel der Urzeit. Ein Fragment einer älteren, größeren, grausameren Welt.

»Du gehörst nun mir«, flüsterte sie in meinem Kopf. »Dein Atem. Dein Wille. Und bald… alles andere. Jeder Gedanke, den du gedacht hast. Jeder Traum, den du geträumt hast. Jeder tropfen Blut in deinen Adern – all dies ist mein. Du wirst nicht sterben. Du wirst nicht leben. Du wirst… ein Teil von mir sein.«

* * *

Die Dunkelheit um uns war absolut. Nur ihr leuchten existierte.

Jede Linie ihres Körpers. Jede Kurve. Sie schwebte vor mir, das phosphoreszierende Glühen ihrer Haut war die einzige Lichtquelle in dieser bodenlosen Finsternis. Das leuchtende Blau in ihren Augen war wie eine Hypnose.

Meine Hose war irgendwann verschwunden. Ich erinnerte mich nicht daran, wie. Es spielte auch keine Rolle.

Ihre Finger fanden mich unter Wasser – umfassten meine Erektion, die trotz allem, trotz der Kälte, trotz der Angst, die mich durchdrungen hatte, hart und pochend zwischen meinen Beinen stand. Vielleicht gerade deswegen. Vielleicht war die Furcht ein Aphrodisiakum, welches mich durchflutete.

»So willig«, schnurrte ihre Stimme in meinem Kopf. »So hungrig. Wie all die anderen.«

Sie umfasste mich. Fest. Besitzergreifend. Ihre Finger schlossen sich um meinen Schaft, und die Hitze, die von ihrer Berührung ausging, war ein Schock – ein brennender Kontrast zur kalten Tiefe um uns herum, der mir ein unwillkürliches Stöhnen entlockte.

Sie begann sich zu bewegen. Langsam. Quälend. Und doch wunderschön.

Ihre Hand glitt auf und ab, mit einem Griff, der genau wusste, wie viel Druck er ausüben musste – fest an der Basis, sanfter an der Eichel, ihre Handfläche rotierend über die empfindliche Krone. Ihr Daumen kreiste über meinen Schaft, rieb, und jede Berührung schickte elektrische Stöße durch meinen Körper – eine Rückkopplung zwischen ihrer Hand und meinem Verstand.

Ich trieb im Wasser, hilflos, willenlos, während sie mich mit Hingabe bearbeitete.

Dann senkte sie sich.

Ich sah es mehr, als dass ich es fühlte – wie ihr Körper sich nach unten bewegte, mein Penis zwischen ihren Brüsten durchgleitete, wie ihr kupferrotes Haar sich um meine Hüften schlängelte, wie ihr Gesicht sich meiner Körpermitte näherte. Und dann geschah etwas, das unmöglich war.

Um ihren Mund herum formte sich etwas. Eine Blase, aber keine normale Luftblase – es sah aus wie eine Membran, durchsichtig und schimmernd, die sich aus dem Wasser selbst bildete, von ihrem Willen zusammengehalten.

Sie erschuf um ihre Lippen einen kleinen Raum – trocken, warm, pulsierend mit ihrer Lebenskraft.

Ihre Lippen öffneten sich.

Die Hitze ihrer Zunge traf mich zuerst. Feucht und einladend und lebend. Sie schlängelte sich sanft um meinen Schaft. Dann schloss sich ihr Mund um die Spitze meines Penis, und mein Verstand zersplitterte in tausend Scherben.

Es war anders als alles, was ich je erlebt hatte.

Ihre Zunge war rau an manchen Stellen – mit feinen Unebenheiten, die sich wie die Textur eines Rochens anfühlten –, glatt an anderen. Sie glitt über meine Länge, umkreiste meine Eichel mit Präzision, drückte sich in die kleine Vertiefung an der Spitze, und ich konnte spüren, wie ihr Speichel sich warm um mich legte.

Ihre Lippen saugten, ihre Wangen höhlten sich aus, und dieser Druck, diese feuchte, heiße Enge um mich herum, ließ meine Hüften unwillkürlich nach vorne stoßen – ein Reflex, den ich nicht kontrollieren konnte.

»Ja«, vibrierte ihre Stimme um mich herum – nicht in meinem Kopf diesmal, sondern direkt an meinem Fleisch, ein Summen, das durch meine Erektion fuhr und sich bis in meine Eingeweide bohrte wie ein zweites Herz.

»Gib mir alles. Jeden Tropfen Lust.«

Ihre Hand fand meine Hoden, massierte sie mit festem, unnachgiebigem

Griff, während ihr Mund weiterarbeitete. Sie nahm mich tiefer, immer tiefer, bis ich spürte, wie meine Eichel gegen die Enge ihrer Kehle stieß – nicht unangenehm, sondern ekstatisch. Und selbst dort gab sie nicht nach, sondern schluckte, schluckte um mich herum, ein rhythmisches Zusammenziehen ihrer Rachenmuskulatur, das mich in den Wahnsinn trieb. So tief, dass ich die feuchte Zunge meine Hoden massierte.

Ich wollte kommen. Jede Faser meines Körpers schrie nach Erlösung.

Meine Lenden zuckten, meine Muskeln spannten sich an – ich war Sekunden davon entfernt, mich in ihrer Kehle zu entladen. Es tat gut. Ich wollte es.

Aber sie ließ es nicht zu.

Im letzten Moment – als ich spürte, wie die erste Welle meines Ergusses sich aufbaute –, zog sie sich zurück. Ihre Lippen glitten von mir ab, und die plötzliche Kälte des Wassers gegen meine pochende Erektion war reine Folter – Lust, Frustration und Kälte vermischte sich zu einem einzigen, unerträglichen ziehendem Schmerz.

»Noch nicht«, flüsterte sie fast zärtlich. Ihre Augen fanden meine, glühend in der Dunkelheit wie zwei Flammen, die aus der Tiefe loderten. »Noch bist du nicht mein.«

Sie schwebte über mir, eine Gestalt aus phosphoreszierendem Licht und dunkler Begierde.

Ihre Beine spreizten sich, und zum ersten Mal sah ich sie wirklich – die geschwollenen, zarten Lippen zwischen ihren Schenkeln, dunkelrosa und glänzend. Ihre Hüften bewegten sich, senkten sich langsam, und ich konnte spüren, wie sich ihre Hitze meiner Spitze näherte – ein Magnetismus, der nichts mit Physik zu tun hatte.

Der erste Kontakt war elektrisch.

Meine Eichel glitt durch ihre Nässe, presste sich gegen ihre Spalte – einen warmen, zuckenden Widerstand, der sich mir entgegensetzte und gleichzeitig nach mir verlangte. Das Gefühl – diese pulsierende Wärme – ließ mich aufstöhnen, ein dumpfes, ersticktes Geräusch, das sich im Wasser verlor.

Dann nahm sie mich in sich auf.

Langsam. Zentimeter für Zentimeter. Enge umschloss mich, dehnte sich um mich herum, klammerte sich an mich, als würde sie mich nie wieder loslassen wollen. Ich spürte jeden Widerstand, jedes Nachgeben, das seidigheiße Gleiten gegen meine Härte – ein Gefühl, das reicher und intensiver war als jede andere sexuelle Erfahrung meines Lebens.

Als ich vollständig in ihr war – bis zur Wurzel –, hielt sie inne.

Ihre Augen bohrten sich in meine, und in diesem Moment sah ich etwas darin flackern – nicht nur Hunger, nicht nur Macht, nicht nur Befriedigung, sondern etwas, das fast wie Schmerz aussah. Wie eine Sehnsucht, die älter war als ich mir vorstellen konnte. Wie ein Verlangen nach Intimität, das keine andere Kreatur ihr hätte geben können.

Dann begannen ihre Muskeln sich zusammenziehen.

Es war kein Rhythmus, den ich kannte. Nicht die Bewegungen einer

Frau, sondern etwas anderes – eine wellenförmige Bewegung, die sich um meinen Schaft rollte, ihn von der Wurzel bis zur Spitze massierte, als würde ihr Inneres ein eigenes Bewusstsein haben. Als würde es mich einverleiben, aufnehmen, verdauen wollen.

Ich stöhnte. Oder schrie. Der Unterschied verschwamm in der tiefe des Meeres, während sie begann, ihre Hüften elegant zu bewegen.

Das Wasser verstärkte alles. Jeder Stoß wurde getragen, verlängert, und unsichtbare Strömungen – von ihr kontrolliert, von ihr beherrscht – drückten mich tiefer in sie hinein, als es physisch möglich sein sollte. Ihre langen Nägel gruben sich in meine Schultern, rissen die Haut auf, und der Schmerz vermischte sich mit der Lust zu einem einzigen, überwältigenden Rausch.

»Spürst du es?« Ihre Stimme war rau jetzt, nicht mehr nur in meinem Kopf, sondern auch ein kehlendes Lautern, das aus ihrer Körpermitte zu kommen schien. »Wie ich dich verschlinge? Wie ich dich in mich aufnehme? Ahhh…«

Ich spürte es.

Mit jedem Stoß, jedem Zusammenziehen ihrer Muskeln, spürte ich, wie etwas von mir in sie überging. Nicht nur physisch – nicht nur die Lust, die sich in meinem Unterleib aufbaute –, sondern etwas Tieferes. Mit jeder Bewegung, jedem Herzschlag, das in meiner Brust pochte, spürte ich, wie ein Teil von mir in sie überströmte, in ihre Tiefe.

Und es fühlte sich wunderbar an. Verdorben wunderbar. Tödlich wunderbar.

Ihre Brüste schwangen mit jeder Bewegung, ihre harten Nippel streiften meine Brust, und ich hob die Hände, umfasste sie, griff sie, ließ meine Daumen über die steifen Spitzen kreisen. Sie war warm, ihre Haut samtartig und stromgeladen. Sie zischte, ein animalisches Geräusch, das aus ihrer Kehle kam, und ihre inneren Muskeln klammerten sich noch fester um mich, wurden noch hungriger.

»Härter«, befahl sie. »Nimm dir, was du willst. Es gehört dir – also nimm es dir.«

Ich gehorchte.

Meine Hände packten ihre Hüften, gruben sich in ihr Fleisch, zogen sie mit Kraft auf mich herunter. Ich stieß mich ihr entgegen, wieder und wieder, ein rücksichtsloser Rhythmus, und sie nahm alles – keuchte, wimmerte, ihre Augen halb geschlossen, ihr Körper bebend unter meinen Schlägen. Ich sah ihr in die Augen, packte sie fester. Ich stieß und stieß und konnte einfach nicht mehr aufhören. Gleichzeitig fühle es sich an, als würde ihr innerstes meinen Schwanz massieren und saugen. Ihr unmenschliches stöhnen wurde lauter, leidenschaftlicher.

Das Wasser um uns herum begann zu kochen. Wörtlich. Ich sah die Blasen aufsteigen, spürte die Hitze, die von unseren verschlungenen Körpern ausging, und irgendwo, tief in meinem Verstand – dort, wo noch etwas von mir selbst übrig war –, wusste ich, dass das nicht möglich war.

Aber wir waren längst jenseits des Möglichen.

Sie bewegte sich mit mir, ihre Hüften eine Gegenbewegung zu meinen, ein Tanz aus Lust. Ich konnte spüren, wie ihre inneren Wände weiterhin pulsierend gegen meinen Schaft drückten, wie sie mich einzuverleiben versuchte, Stück für Stück.

Ihre Lippen fanden meinen Hals, und ihre Zähne gruben sich in meine Haut – nicht schmerzhaft, sondern verzehrend. Sie saugte, und ich spürte, wie das Blut unter der Oberfläche strömte. Sie leckte das Blut auf, schluckte, und mit jedem Schluck spürte ich, wie etwas mehr aus mir abfloss.

»Du schmeckst nach Leben«, murmelte sie gegen mein Fleisch. »Nach so viel Zeit haben sie alle nach Angst geschmeckt. Aber du… du schmeckst noch nach Hoffnung. Nach Wärme. Nach allem, das ich verloren habe.«

Der Höhepunkt baute sich auf wie ein Tsunami.

Ich spürte ihn kommen – die Spannung in meinem Unterleib, das Zittern in meinen Schenkeln, das intensive Zusammenziehen meiner Muskeln. Und gleichzeitig spürte ich etwas anderes: eine kalte Präsenz, die sich durch meinen Körper zog.

Für einen Moment – einen einzigen, kristallklaren Moment, sah ich, was sie mir nicht hatte zeigen wollen.

Andere Gesichter. Dutzende. Hunderte. Tausende. Männer wie ich, die hier gewesen waren, die in diesem

Wasser geschwommen hatten, die in ihren Armen gekommen waren. Und danach… Leere. Auflösung. Vergessenheit. Ihre aufgedunsenen Körper, angeschwemmt an fernen Küsten, in Netzen verfangen. Oder gar keine Körper. Nur verschwundene Menschen, deren Namen niemand mehr erinnerte. Deren Familien noch immer suchten. Deren Liebe sie noch immer riefen – von fernen Orten, die sie niemals erreichen würden.

Ich würde einer von ihnen sein.

Die Erkenntnis hätte mich zurückreißen sollen. Hätte den Rausch durchbrechen sollen.

Stattdessen trieb sie mich tiefer in ihren Durst, den auch ich nun mit ihr teilte.

»Ja«, keuchte sie, und ihre Stimme war jetzt überall – in mir, um mich herum, Teil des Wassers selbst. »Du verstehst. Du verstehst endlich, was es bedeutet. Du hast deine Wahl getroffen.«

Meine Hüften stießen ein letztes Mal, mit einer Gewalt, die mir die Luft – oder was auch immer ich jetzt atmete – aus den Lungen presste. Und dann kam ich.

Es war kein normaler Orgasmus. Es war eine Explosion. Ein Zerbrechen.

Ein Sterben und Wiedergeboren-Werden in einem einzigen, endlosen

Moment. Ich spürte, wie sich mein Samen in ihr ergoss – Welle um Welle –, und mit jeder Welle spürte ich, wie etwas anderes aus mir herausfloss.

Wärme. Licht. Leben selbst.

Ihre Muskeln klammerten sich um mich, melkten mich, saugten alles aus mir heraus, was ich zu geben hatte. Sie nahm alles.

Gnadenlos.

Und sie kam mit mir.

Ich sah es in ihren Augen – dieses Aufflackern, dieses Zerbrechen ihrer Kontrolle. Ihr Körper bebte, zitterte, und zum ersten Mal hörte ich sie wirklich schreien – einen langen, dunklen, triumphierenden Laut, der durch das Wasser hallte wie das Lied eines Tiefseewals, uralt und unbarmherzig, ein Geräusch, das Tausende von Jahren in sich trug.

Dann war es vorbei.

Meine Kraft schwand. Mein Körper wurde schwer, leblos, eine leere Hülle, die im Wasser trieb. Ich spürte, wie ihre Arme mich losließen, wie ihr Körper sich von meinem löste, und die Kälte, die mich umschloss, war absolut. Endlich.

Sie schwebte vor mir, und in dem phosphoreszierenden Licht ihrer Haut sah ich, wie sie sich verändert hatte. Jünger. Lebendiger. Erfüllt mit einer

Energie, die vorher fehlte. Sie sah nicht nur aus, als hätte sie meinen Samen genommen – sie sah aus, als hätte sie Jahre meines Lebens gestohlen, Jahrzehnte meiner Kraft, meine zukünftige Existenz.

Sie war jetzt noch prächtiger. Noch hübscher. Noch hungriger.

»Du warst würdig«, sagte sie, und ihre Stimme war ein entferntes Flüstern, das ich kaum noch hörte. Es klang beinahe… traurig. »Würdiger als viele andere.«

Ihre Lippen berührten meine. Ein letzter Kuss. Zärtlich diesmal. Sanft. Liebevoll.

Und mit diesem Kuss nahm sie den Rest.

* * *

Die Dunkelheit wurde dichter. Nicht die Dunkelheit des Wassers – eine innere Dunkelheit. Mein Bewusstsein löste sich auf, Gedanke für Gedanke. Meine Identität zersplitterte. Meine Erinnerungen fluteten ab – mein

Name, mein Gesicht, meine Familie, mein altes Leben – alles strömte in sie hinein wie Wasser durch ein zerbrochenes Dammtor.

Das Letzte, was ich spürte, war die Kälte des Wassers und die Wärme ihrer Lippen.

Das Letzte, was ich hörte, war ihre Stimme, die jetzt fast zärtlich klang:

»Nun gehörst du mir. Für immer.«

Dann… nichts.

Nur das Meer.

Nur die Stille.

Nur der Rhythmus des Ozeans.


Mehr von Roman Reed

Fresh lost places, scale modelling projects, stories and more, straight to your inbox. You choose which topics interest you.
No spam, no data sharing, unsubscribe anytime.

Which topics interest you?

Enjoy what I do here? A small donation helps keep HobbyZone-Alpha ad-free. Every bit counts, thank you!

Support HobbyZone-Alpha with a donation

Rico Mark Rüde

Seit 2002 widmet er sich der urbanen Erkundung, indem er unbekannte Orte aufspürt, die oft im Verborgenen liegen, obwohl sie mitten unter uns sind. Seine Entdeckungen hält er fotografisch fest und bereichert sie in seinem Blog mit ausführlichen Recherchen und Texten. Neben seinem Interesse für das Urbexing engagiert er sich auch im Schreiben von Geschichten und Büchern sowie im detailreichen Modellbau.
Dies könnte dich auch interessieren.
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"